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Dez 10

10.12.2014 – Barbados

Posted on Mittwoch, Dezember 10, 2014 in Karibik 2014

1536 wurde Barbados von den Portugiesen entdeckt, aber erst ein knappes Jahrhundert später von den Engländern in Besitz genommen und kolonisiert. Seit 1966 ist Barbados ein unabhängiger Staat im British Commonwealth of Nations. Auf 430 Quadratkilometern leben rund 270.000 Barbadier, ungefähr die Hälfte davon in der Hauptstadt Bridgetown. Früher war Zucker die wichtigste Einnahmequelle. So mancher Zuckerbaron wurde durch das „weiße Gold“ steinreich und führte ein süßes Leben im Luxus. Zuckerrohr wird zwar auch heute noch angebaut und verarbeitet, aber inzwischen lebt Barbados in erster Linie von den Touristen.

Die elf Bezirke (Parishes) der knapp 34 Kilometer langen und 22,5 km breiten Insel, die zu den kleinen Antillen gehört, sind allesamt nach Heiligen benannt.

Heute wurden wir um 9 Uhr am Hotel in Hastings an der Südküste zur Rundreise abgeholt. Die gelb markierte Strecke sind wir gefahren.

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Als erstes fahren wir durch den Bezirk Saint Michael. Dort liegt Bridgetown, die Hauptstadt von Barbados, sowie der Hafen Deep Water Harbour, an dem die meisten Kreuzfahrtschiffe anlegen. Am Sonntag legt dort die Aida Luna an, mit der unsere Reise weiter geht 🙂

Aus dem Bus heraus konnten wir eine Aufnahme vom Yachthafen machen.

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Die Sandy Lane versprüht einen gewissen Hauch von Luxus. Tiger Woods hat hier geheiratet und einige Golfplätze gebaut.

Margit unsere Reiseleiterin macht uns auf Bäume mit roten Bauchbinden aufmerksam. Es handelt sich um den Manchineel Baum, der an einigen Stränden zu finden ist und bei Regen eine ätzende Flüssigkeit absondert. Die kleinen grünen Früchte dieser Baumart sind ebenfalls giftig.

Weiter geht es nach Holetown durch den Bezirk Saint James. Holetown wurde nach dem Fluss „Hole“ benannt, der 1625 ein guter Anlegeplatz für die ersten ankommenden Siedler war.

19 Kilometer nördlich von Bridgetown erreichen wir den Fischerort Speightstown, die zweitgrößte Stadt von Barbados. Speightstown spielte eine bedeutende Rolle im Handel mit Großbritannien. Vom Hafen der Stadt aus fuhren im 17. Jahrhundert zahllose Handelsschiffe mit Zucker und anderen Rohstoffen beladen nach London und Bristol, woraufhin der Ort den Spitznamen „Little Bristol“ erhielt.

Am Luxus-Yachthafen Port St. Charles biegen wir ab in das Landesinnere.

Wir fahren eine Mahagonibaum-Allee entlang und kommen zum 26o Meter hohen Hügel Cherry Tree Hill. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Atlantik, den Farley-Hill-Park und etliche Zuckerrohr-Plantagen. Leider ist es etwas diesig.

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Wenige Kilometer weiter fahren wir an der Morgan Lewis Windmill vorbei. Es ist die letzte intakte Zuckerrohr-Windmühle, von denen es einst hunderte gab. 1947 wurde der Betrieb eingestellt. Nach einer aufwändigen Restauration wurde die Windmühle 1999 wieder eröffnet.

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Nächster Halt ist bei der Nigel Benn Aunty Bar. Dort werden wir von Lucille (Tante vom Boxer Nigel Benn) mit Rum oder Rum/Cola und Fischfrikadellen versorgt.

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Im Hinterhof entdecke ich noch einige Haustiere.

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Nun geht es an die Ostküste. Vorbei an Barclays Park und Soup Bowl geht es nach Bathsheba, einem malerischen Fischerdörfchen, welches von bizarren Felsformationen geprägt ist.

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Die Ostküste ist eher felsig und es herrscht ein rauher Wind. Aufgrund von extremen Unterströmungen ist die Atlantikküste nicht zum Baden geeignet. Die weltbekannte Soup Bowl zieht immer wieder Profi-Surfer aus aller Welt an.

In der Martins Bay leben heute noch die sogenannten „Acky Backies“. Das sind Nachfahren weißer Sklaven aus Schottland. Weil sie noch schlimmer behandelt wurden als die farbigen Schwarzen, flüchtete ein Teil dieser Menschen in Höhlen an der Ostküste. Die letzten sollen erst 1950 aus ihrem Unterschlupf herausgekommen sein.

Vorbei geht es auch am Haus von Rihannas Großeltern. Dort lebt jetzt die Tante. Das Haus ist unauffällig und wird auch nicht verschönert, damit es keine Neider in der Dorfgemeinschaft gibt.

Den nächsten Halt legen wir an der St. John’s Parish Church ein. Die Kirche liegt an einer Klippe mit Blick auf die malerische Ostküste und wurde im Jahre 1836 erbaut, um das ursprüngliche Gebäude, das durch den Wirbelsturm im Jahre 1831 zerstört wurde, zu ersetzen. Die St. John’s Parish Church ist ein klassischer gotischer Bau. Auf dem Gelände der Kirche wurden einige barbadianische Persönlichkeiten beerdigt. Darunter ist auch der 2010 plötzlich verstorbene Premierminister David John Howard Thompson.

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Von der Kirche aus hat man einen tollen Ausblick auf den Atlantik.

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Im Sunbury Plantation House gab es zuerst Mittagessen vom Buffet. Anschließend haben wir uns das das über 300 Jahre alte Plantagenhaus angeschaut, welches 1995 durch einen Großbrand zerstört und anschließend wieder restauriert wurde. Das Museum gibt einen lebendigen Eindruck des Lebens auf den Zuckerrohrplantagen im 18. und 19. Jahrhundert wieder.

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Im Garten stehen wunderschöne Bäume u.a. der, der Barbados seinen Namen gab. Der Name Barbados wurde der Insel 1536 von Pedro Campos verliehen (portugiesisch „os Barbados“ = (die) Bärtigen). Der Name wurde gewählt, da die frei herabhängenden Wurzeln der Feigenbäume an Bärte erinnerten.

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Nach dem Mittagessen fahren wir wieder Richtung Südküste. Auf den Weg dorthin kommen wir an der bekannten Rumfabrik Foursquare vorbei.

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In Oistins gibt es tagsüber den Fischmarkt und so ziemlich jeden Abend frisch gegrillten Fisch vom Holzkohlegrill mit Salat und Banks Bier. Auf einer kleinen Bühne wird meistens am Wochenende Entertainment geboten.

Auf dem Weg zurück nach Hastings kommen wir an der Partymeile St. Lawrence Gap und dem Dover Beach vorbei.

Seit 2009 gibt es in Hastings eine neue Attraktion – der South Coast Boardwalk – eine mit Holzplanken befestigte ca. zwei Kilometer lange Strandpromenade. Dort sind wir schon vor 2 Tagen entlang gegangen.

Aufgrund von drastischen Strafen ist die Kriminalitätsrate auf Barbados gering. Am neu erbauten Gefängnis sind wir auch vorbei gefahren.

Vielen Dank an Margit unsere Reiseleiterin und Kim der Busfahrerin.

Am Abend hat Reiner noch einmal den Sonnenuntergang am Strand fotografiert. Traumhafte Bilder 🙂

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